Autoglas in Ludwigshafen: Reparieren oder tauschen
Bei einem Steinschlag entscheidet das Tempo. Der praktische Grund: Solange der Schaden klein und sauber ist, lässt er sich in kurzer Zeit verfüllen und die Scheibe bleibt drin. Sobald ein Riss läuft, ist diese Möglichkeit weg und die ganze Scheibe muss raus. Zwischen beiden Zuständen liegen manchmal nur Tage. Fahren Sie deshalb hin, solange es nach einer Kleinigkeit aussieht.
Ein kleiner Einschlag lässt sich reparieren, ein Riss nicht mehr
Ob eine Reparatur möglich ist, hängt an wenigen Punkten, und keiner davon ist Verhandlungssache. Der Schaden darf eine bestimmte Größe nicht überschreiten, er darf nicht im direkten Sichtfeld des Fahrers liegen, er darf nicht bis an den Rand der Scheibe reichen, und er muss die äußere Schicht betreffen. Ein Autoglaser sieht das in kurzer Zeit und sagt Ihnen ehrlich, was geht.
Bei der Reparatur wird die Luft aus dem Schaden gezogen und Harz eingebracht, das aushärtet. Danach ist die Scheibe wieder fest, und der Fleck ist meist noch zu erahnen, aber er stört nicht mehr. Der Vorteil ist größer, als er klingt: Die eingeklebte Scheibe bleibt an ihrem Platz. Sie ist Teil der Karosserie, sie trägt bei einem Überschlag mit und sie hält den Beifahrerairbag in Position. Eine Scheibe, die nie ausgebaut wurde, kann an dieser Stelle nicht falsch eingeklebt worden sein.
Bis Sie in der Werkstatt sind, hilft ein einfacher Trick: Kleben Sie etwas über die Stelle, damit weder Wasser noch Schmutz hineinkommen. Ein verschmutzter Schaden lässt sich schlechter füllen, und ein nasser gar nicht. Und waschen Sie das Auto vorher nicht.
Hitze und Kälte lassen den Riss laufen
Glas dehnt sich, und ein Schaden ist eine Schwachstelle. Deshalb wächst ein Steinschlag genau dann, wenn die Scheibe schnell die Temperatur wechselt. In der Oberrheinischen Tiefebene ist das im Sommer der Alltag: Das Auto steht Stunden in der Sonne, das Glas wird sehr heiß, und dann steigt jemand ein und stellt die Klimaanlage auf die volle Stufe direkt gegen die Frontscheibe. Aus dem Punkt wird auf der Fahrt ein Strich quer durch das Sichtfeld.
Dasselbe gilt umgekehrt im Winter, wenn heißes Wasser auf die vereiste Scheibe kommt. Das sollte man ohnehin nie tun, mit Schaden ist es der sichere Weg zur neuen Scheibe. Wer einen Steinschlag hat, kühlt und heizt also langsam, parkt möglichst im Schatten und meidet die Schlagloch-Piste. Erschütterung wirkt wie Temperatur, nur schneller.
Klären Sie parallel die Versicherung. Glasschäden sind in der Regel Teil der Teilkaskoversicherung, und die Reparatur eines Steinschlags ist für den Versicherer erheblich günstiger als ein Austausch. Deshalb ist sie bei vielen Verträgen ohne Selbstbeteiligung abgedeckt, und der Schadenfreiheitsrabatt Ihrer Haftpflicht bleibt davon unberührt. Was in Ihrem Vertrag steht, sagt Ihnen Ihre Versicherung. Rufen Sie dort an, bevor Sie zahlen, nicht danach.
Nach dem Tausch muss die Technik neu eingestellt werden
Wenn die Scheibe doch heraus muss, ist der Einbau die eigentliche Arbeit. Die Scheibe wird verklebt, und der Kleber braucht Zeit, bis er trägt. Fragen Sie, ab wann Sie wieder fahren dürfen, und halten Sie sich daran. Wer zu früh losfährt, riskiert eine Scheibe, die nicht so sitzt, wie sie sitzen soll.
Der Punkt, den viele übersehen, sitzt hinter dem Rückspiegel. In modernen Autos schaut dort eine Kamera durch das Glas und steuert Spurhalteassistent, Notbremsassistent und Fernlicht. Wird die Scheibe getauscht, sitzt diese Kamera minimal anders, und sie muss danach neu eingestellt werden. Ohne diese Kalibrierung arbeiten die Systeme mit einem falschen Bezugspunkt, und das merken Sie im schlimmsten Fall in dem Moment, in dem Sie sich darauf verlassen.
Fragen Sie deshalb vor dem Auftrag: Wird kalibriert, wie, und steht das auf der Rechnung. Ein Betrieb, der das nicht selbst kann, sollte sagen, wohin er es gibt. Lassen Sie sich das Protokoll aushändigen. Und achten Sie darauf, dass die neue Scheibe die Ausstattung Ihrer alten hat, also Sensorik, Heizung und getönten Streifen. Das fällt sonst erst beim ersten Regen auf.
Planen Sie den Termin außerdem so, dass das Auto stehen kann. Viele Betriebe kommen inzwischen zu Ihnen, in den Hof oder auf den Parkplatz an der Arbeit. Das ist bequem, hat aber eine Grenze: Kleber braucht Temperatur und Trockenheit. Bei Regen oder in der prallen Sonne auf der Straße arbeitet niemand gern, und Sie sollten es auch nicht wollen. In der Halle ist die Scheibe besser aufgehoben als in der Einfahrt.
Kurz gefasst
Fahren Sie sofort hin, solange der Schaden klein ist, und kleben Sie ihn bis dahin ab. Meiden Sie schnelle Temperaturwechsel, denn Sonne und Klimaanlage lassen aus einem Punkt einen Riss werden. Und lassen Sie nach einem Scheibentausch die Kamera kalibrieren und sich das Protokoll geben.