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Bäckerei in Ludwigshafen: Handwerk erkennen und Auswahl

Handwerk erkennen Sie am Brot, nicht am Schild über der Tür. Der praktische Grund: Das Wort Bäckerei ist an der Ladentür kein Versprechen darüber, wo gebacken wurde. Vieles, was heute verkauft wird, kommt tiefgekühlt und wird vor Ort nur noch fertig gebacken. Das ist nicht verboten und nicht immer schlecht. Es ist nur etwas anderes, und Sie bezahlen oft dasselbe.

Zeit ist die Zutat, die man schmeckt

Gutes Brot braucht vor allem eines: lange Führung. Der Teig muss Zeit haben, oft über Nacht. In dieser Zeit entsteht der Geschmack, das Brot wird bekömmlicher und es bleibt länger frisch. Wer diese Zeit nicht hat, weil er schnell produzieren will, ersetzt sie durch Mittel, die den Teig treiben. Das Ergebnis sieht aus wie Brot, schmeckt nach wenig und ist am Abend trocken.

Daran erkennen Sie den Unterschied. Nehmen Sie ein Brot in die Hand: Es sollte schwerer sein, als es aussieht. Schauen Sie sich die Kruste an, sie darf dunkel sein, denn dort sitzt der Geschmack. Sehen Sie sich die Poren an: unregelmäßig ist gut, gleichmäßig wie ein Schwamm ist ein Hinweis auf einen schnellen Teig. Und der einfachste Test: Kaufen Sie ein Brot und schauen Sie es am nächsten Tag an. Was gut gemacht ist, ist dann noch gut. Was schnell gemacht ist, ist Pappe.

Fragen Sie ruhig direkt, ob vor Ort gebacken wird und ob der Teig über Nacht geführt wird. Wer es tut, ist stolz darauf und erzählt es Ihnen. Wer ausweicht, hat Ihnen ebenfalls geantwortet. Fragen Sie auch nach dem Sauerteig, wenn es um Roggen geht. Ein Bäcker, der einen eigenen führt, redet darüber wie über ein Haustier.

Der Laden verrät, was dahinter passiert

Sie müssen nicht in die Backstube, um vieles zu sehen. Schauen Sie zuerst auf das Sortiment. Ein Laden mit einer überschaubaren Auswahl, die morgens da ist und nachmittags weniger wird, produziert nach Bedarf. Ein Laden, in dem bis zum Abend jedes Regal voll ist, backt den ganzen Tag nach oder wirft viel weg. Beides sagt etwas.

Achten Sie auf die Vielfalt der Mehle. Wer nur Weizen führt und alles andere über Farbe herstellt, macht kein Brot, sondern Ware. Ein dunkles Brötchen ist nicht automatisch ein Vollkornbrötchen, es kann auch gefärbt sein. Fragen Sie, wenn es Ihnen wichtig ist.

Und achten Sie darauf, ob jemand Auskunft geben kann. In einem Handwerksbetrieb weiß die Person hinter der Theke, was in den Broten ist, welches sich für was eignet und welches heute besonders gut geworden ist. Wo niemand etwas dazu sagen kann, ist der Laden eine Verkaufsstelle. Das ist ein legitimes Geschäft, nur eben keines, für das man einen Umweg gehen muss.

Ein Hinweis noch zum Preis: Handwerk ist teurer, und das hat einen Grund. Lange Teigführung bindet Platz und Zeit, gutes Mehl kostet mehr, und Nachtarbeit bezahlt sich nicht von selbst. Wer ein Brot für wenig Geld anbietet, hat an einer dieser Stellen gespart. Rechnen Sie ruhig einmal nach, wie lange Sie von einem guten Laib tatsächlich essen. Die Rechnung fällt oft anders aus, als der Preis am Regal vermuten lässt.

Wer früh anfängt, backt für die, die früh anfangen

Ludwigshafen ist ein von Industrie geprägter Standort, und Schichtwechsel prägen den Tagesablauf. Das merkt man den Bäckereien an, und es ist einer der Gründe, warum sie hier zum Alltag gehören. Wer zur Frühschicht muss, kauft nicht mittags ein. Ein Laden, der offen hat, bevor die Schicht beginnt, ist für viele Menschen keine Bequemlichkeit, sondern der einzige Weg zu einem Frühstück.

Fragen Sie deshalb nach den echten Öffnungszeiten und danach, was zu dieser Zeit schon da ist. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Laden, der früh aufschließt, und einem, der früh fertig gebacken hat. Und wenn Sie Spätschicht haben: Fragen Sie nach dem Abend. Manche Betriebe backen nachmittags noch einmal, andere verkaufen ab dann, was übrig ist. Beides ist in Ordnung, wenn Sie es wissen.

Ein letzter Rat, der nichts kostet: Bestellen Sie vor, wenn Sie etwas Bestimmtes wollen. Ein Handwerksbäcker legt Ihnen ein Brot zurück, wenn Sie anrufen, und für ein Wochenende mit Gästen ist das der ganze Unterschied. Diese Betriebe leben von Kundschaft, die wiederkommt. Wer wiederkommt, wird gekannt, und wer gekannt wird, bekommt sein Brot auch dann, wenn der Laden eigentlich leer ist.

Kurz gefasst

Fragen Sie, ob vor Ort gebacken wird und ob der Teig Zeit bekommt, denn Zeit ist der ganze Unterschied. Machen Sie den Test am nächsten Tag: Gutes Brot ist dann noch gut. Und nutzen Sie die frühen Öffnungszeiten und die Möglichkeit, vorzubestellen.

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