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Fotograf in Ludwigshafen: Anlass, Vorbereitung und Auswahl

Suchen Sie nach Anlass, nicht nach Ausrüstung. Der praktische Grund: Fotografie ist ein Handwerk mit Schwerpunkten, und die haben wenig miteinander zu tun. Wer eine Hochzeit begleitet, arbeitet unter Zeitdruck mit Menschen und ohne Wiederholung. Wer für Betriebe fotografiert, arbeitet geplant mit Licht und Technik. Beide sind Fotografen. Für Ihre Aufgabe taugt nur einer von beiden.

Sehen Sie sich eine ganze Serie an, nicht die besten Bilder

Jede Internetseite zeigt die stärksten Bilder aus Jahren. Das ist verständlich und für Ihre Entscheidung fast wertlos, denn Sie bekommen keine Auswahl aus Jahren, sondern die Ausbeute eines Tages. Bitten Sie deshalb darum, eine vollständige Serie zu sehen: eine Hochzeit von Anfang bis Ende, einen kompletten Termin in einem Betrieb.

Darin sehen Sie, was Sie wirklich wissen müssen. Ist die Qualität durchgehend, oder gibt es Einbrüche, sobald das Licht schwierig wird. Sind auch die Menschen im Hintergrund gut getroffen. Wirken die Bilder wie eine Handschrift oder wie eine Sammlung von Zufällen. Wer Ihnen keine ganze Serie zeigen will, hat vielleicht keine.

Achten Sie außerdem darauf, ob Ihnen der Stil gefällt, und sagen Sie es ehrlich. Bilder sind Geschmack. Ein Fotograf mit einer eigenen Handschrift wird Ihnen keine Bilder liefern, die aussehen wie die von jemand anderem, und er sollte es auch nicht versuchen. Wenn Ihnen die Richtung nicht gefällt, ist es der falsche Fotograf und nicht der schlechte.

Die Vorbereitung entscheidet über den Tag

Reden Sie vorher, und zwar über mehr als den Preis. Ein guter Fotograf fragt Sie aus, bevor er zusagt: Was ist der Anlass, wer ist dabei, was ist Ihnen wichtig, wofür brauchen Sie die Bilder, was soll auf keinen Fall passieren. Wenn niemand diese Fragen stellt, stellen Sie sie selbst.

Das gehört ins Angebot:

  • Dauer vor Ort und was danach passiert
  • Anzahl der bearbeiteten Bilder, die Sie am Ende bekommen
  • Wie und wann die Bilder geliefert werden
  • Umfang der Bearbeitung und was nicht enthalten ist
  • Nutzungsrechte: wofür Sie die Bilder verwenden dürfen
  • Was passiert, wenn jemand krank wird oder das Wetter kippt

Der Punkt mit den Nutzungsrechten ist der, der später Ärger macht. Ein Foto gehört urheberrechtlich der Person, die es gemacht hat. Sie kaufen ein Recht zur Nutzung, und dieses Recht kann eng oder weit sein. Für ein privates Bild ist das selten ein Problem. Für einen Betrieb ist es entscheidend: Dürfen die Bilder auf die Internetseite, in gedruckte Werbung, in soziale Netzwerke, dürfen sie beschnitten werden, gilt das zeitlich unbegrenzt. Klären Sie das vorher schriftlich, statt es später zu verhandeln. Und wenn Menschen abgebildet sind, brauchen Sie deren Einverständnis, bevor Sie das Bild veröffentlichen. Das gilt auch für Ihre eigenen Beschäftigten.

Licht und Ort sind die halbe Arbeit

Fragen Sie, wo fotografiert wird, und lassen Sie sich das erklären. Ein Fotograf, der den Ort vorher ansieht, weiß am Termin, wo er hingeht, und verliert nicht Ihre Zeit mit Suchen. Bei Außenaufnahmen kommt das Wetter dazu, und in einer der wärmsten Gegenden Deutschlands ist im Hochsommer die Mittagssonne der Gegner: hartes Licht, tiefe Schatten, zusammengekniffene Augen. Ein erfahrener Fotograf legt den Termin deshalb in die Stunden am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Wenn Ihnen jemand die Mittagszeit anbietet, ohne ein Wort darüber zu verlieren, fragen Sie nach.

Für ein Porträt gilt: Bringen Sie mehr mit, als Sie tragen wollen. Zwei oder drei Oberteile, lieber schlicht als gemustert, und etwas, in dem Sie sich wohlfühlen. Ein Bild, auf dem Sie sich verkleidet vorkommen, sieht man das an. Und schlafen Sie vorher. Wer direkt aus der Nachtschicht zum Termin fährt, sieht auf dem Bild aus, wie er sich fühlt, und keine Bearbeitung ändert daran etwas.

Der Rest ist Vertrauen. Die besten Bilder entstehen, wenn Sie die Kamera vergessen, und das gelingt nur bei jemandem, mit dem Sie sich wohlfühlen. Deshalb ist das Vorgespräch kein Formalismus, sondern die Probe.

Und rechnen Sie mit der Zeit nach dem Termin. Die Aufnahme ist die eine Hälfte, die Auswahl und die Bearbeitung sind die andere, und die dauert oft länger als der Termin selbst. Fragen Sie deshalb nach einem Liefertermin und lassen Sie ihn sich bestätigen. Wenn Sie die Bilder zu einem festen Anlass brauchen, sagen Sie das vorher. Ein Fotograf, der Ihnen ehrlich sagt, dass es bis dahin knapp wird, ist besser als einer, der zusagt und dann schweigt.

Kurz gefasst

Suchen Sie nach Ihrem Anlass und lassen Sie sich eine vollständige Serie zeigen, nicht die Bestenauswahl. Klären Sie Nutzungsrechte schriftlich, bevor der Termin stattfindet, besonders für betriebliche Bilder. Und legen Sie Außenaufnahmen nicht in die Mittagssonne.

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